Drei Projekte, ein Schrauber – und null Zeit, aber maximale Motivation

Aktuell balanciere ich drei Baustellen gleichzeitig. Andere nennen das “unrealistisch”. Ich nenne es “Dienstag”.

Vespa PX 200E – Weiß, wild und hoffnungslos übermotorisiert

Die Vespa ist das Projekt, das am weitesten ist – und wahrscheinlich auch das einzige, das mich beim ersten Testlauf nicht umbringen will (vermutlich).

Technisch gesehen bekommt die Dame allerdings ein Datenblatt, das einen TÜV-Prüfer nachts schweißgebadet aufwachen lässt:

  • Pinasco 260 ccm – quasi Herztransplantation für Erwachsene
  • 30+ PS – für eine PX ungefähr das, was ein Pre-Workout-Shot für Kolibris wäre
  • neues Fahrwerk – damit das Ganze nicht wie ein nasser Hund schwimmt
  • Scheibenbremse vorne, weil Bremsen angeblich wichtig sind
  • neue Seilzüge, butterweich wie frische Spaghetti
  • überarbeitete Elektrik, die jetzt so sortiert ist, dass sogar ich sie verstehe

Sobald der Roller läuft, hat er offiziell mehr Leistung pro Kilo als meine erste Beziehung.

Yamaha RD 400 – Gelber Zweitakt-Therapeut mit M-Lenker

Die RD 400 ist der Zweitakter, der nicht nur fährt, sondern erzieht. Wer einmal eine RD gefahren ist, weiß: Sie beschleunigt, vibriert, riecht und klingt wie ein schlecht gelaunter Hornissenschwarm – und gerade deshalb lieben wir sie.

Technisch geht’s bei der RD aktuell so richtig ans Eingemachte:

  • komplette Frame-Off-Restaurierung – Frame nackig, Body nackig, ich fast auch
  • neue Suspension, damit sie nicht mehr auf Bodenwellen Salsa tanzt
  • Teilrevision Motor – genug, damit er überlebt, aber nicht so viel, dass er zahm wird
  • kultiger M-Lenker – ergonomisch fragwürdig, optisch perfekt

Mit dem gelben Lack sieht sie übrigens aus wie die natürliche Feindin eines jeden Fliegenpilzes.

Kawasaki ZX‑6R 2006 – Wenn “aufhübschen” eigentlich “Rennstrecke” bedeutet

Die ZX6R ist das Projekt, bei dem ich dann doch einmal heimlich Google gefragt habe:
“Wie viel Leistung kann ein 600er vertragen bevor er beleidigt?”

Antwort: Mehr als gesund ist.

Umbauten:

  • neue Verkleidung für den aerodynamischen „ich mach kein Auge, ich mach ein Messer“-Look
  • neue Farben – wahrscheinlich schneller als der Fahrer
  • Fahrwerksupgrade – damit sie Kurven fährt wie ein schlecht erzogenes Skalpell
  • Bodis Komplettanlage – also eigentlich ein legales Megafon
  • Power Commander V + Autotune – Selbstoptimierung wie ein Influencer, nur sinnvoll
  • Woolich ECU Flash – entferne alle Limitierungen, die Kawasaki aus Vernunftgründen eingebaut hat

Ziel: 125 PS am Hinterrad, quasi die Mittlere Eskalationsstufe.

Zwischenfazit

• Die Vespa ist fast fertig
• Die RD wartet schon nervös auf ihren Schraubertermin
• Die ZX6R bereitet sich still darauf vor, mich irgendwann aus der Kurve zu katapultieren

Wenn alles gut läuft, habe ich bald drei sehr unterschiedliche, sehr laute und sehr charakterstarke Gefährte in der Garage – und vermutlich einen genervten Nachbarn mehr.

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